01Trauung
Eine Stunde in der Peterskirche
Der Tag begann für mich um 14:00 Uhr in der Evangelischen Peterskirche in Löchgau. Eine Stunde war für die Trauung angesetzt. Das ist meist genau die Zeit, in der ich am wenigsten tue und am meisten aufpasse: wenig Bewegung, kein Blitz, dafür volle Aufmerksamkeit für den Ablauf und die Übergänge.
Ich fotografiere in der Kirche von den Seiten und aus dem hinteren Drittel, mit langer Brennweite und offener Blende. Die festen Punkte sind schnell aufgezählt: Einzug, Ringtausch, Segen, Auszug. Alles andere entsteht in den Bänken, bei den Leuten, die zuschauen und dabei vergessen, dass jemand mit einer Kamera danebensteht.
02Familie
Gruppenbilder mit einem Glas in der Hand
Ab 15:00 Uhr standen die Gruppenfotos an, bewusst nur mit der engsten Familie. Parallel dazu gab es Sekt, und diese Mischung funktioniert gut: Wer gerade nicht auf dem Bild ist, steht mit einem Glas daneben statt in einer Warteschlange. Bis halb fünf war der ganze Block entspannt durch.
Für die Kombinationen hatten wir vorher eine Liste. Das klingt nach Bürokratie, ist aber der Unterschied zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde. Zwischen den Aufstellungen fotografiere ich einfach weiter, denn die Bilder direkt danach, wenn sich eine Gruppe wieder auflöst und alle durcheinanderreden, sind fast immer die besseren.
03Paarfotos
Fünf Minuten zu Fuß, eine Brücke
Ab 16:00 Uhr hatten Svenja und Kevin eine Stunde für sich. Von der Location aus sind es fünf Minuten zu Fuß an den Fluss, und dort gibt es eine Brücke, die als Motiv trägt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Kurze Wege sind bei Paarfotos oft mehr wert als spektakuläre Orte.
Für den Fall von Regen hatten wir die Kirche als Rückfallplan abgesprochen, Paarfotos drinnen statt am Wasser. Solche Alternativen lege ich bei jeder Hochzeit im Frühjahr fest, einfach weil April ist. Man braucht sie selten, aber wenn man sie braucht, will man nicht erst im Nassen anfangen zu überlegen.
04Abendessen
Griechisches Buffet in Besigheim
Um 18:30 Uhr gab es Essen im Radsportheim in Besigheim, ein griechisches Buffet. Buffets sind der Punkt, an dem ich die Kamera bewusst sinken lasse. Ich fotografiere den Aufbau, ein paar Teller und die ersten, die aufstehen, und danach esse ich selbst und lasse die Leute in Ruhe.
Nach dem Essen ist eine Feier meistens ein anderer Abend als davor. Die Tischordnung löst sich auf, die Gruppen mischen sich neu, und man sieht schnell, wer sich lange nicht gesehen hat. Das ist die Zeit, in der ich wieder herumgehe und ohne Ansage fotografiere, so lange es hell genug ist.
05Torte
Zwei Minuten um acht
Um 20:00 Uhr kam die Hochzeitstorte. Das Anschneiden dauert selten länger als zwei Minuten und gehört trotzdem zu den Momenten, für die ich vorher weiß, wo ich stehe. Ich nehme die Seite mit dem ruhigeren Hintergrund und achte darauf, dass die Gäste im Halbkreis nicht komplett im Dunkeln verschwinden.
Kunstlicht in einem Saal ist selten schmeichelhaft, deshalb belichte ich hier lieber auf die Gesichter als auf den Zuckerguss. Danach folgt fast immer eine kleine Pause, in der die Stücke verteilt werden und alle nah beieinanderstehen. Die nutze ich für ein paar Bilder, die mit der Torte nichts mehr zu tun haben.
Location
Ev. Peterskirche Löchgau und Radsportheim Besigheim
Trauung
Kirchliche Trauung in der Ev. Peterskirche Löchgau
Gäste
ca. 60–80
Paket
6 Stunden Begleitung
Fotos
175+ bearbeitete Bilder




